Im Mittelalter und noch bis in die frühe Neuzeit glaubten manche Ärzte, ein lebendes Huhn könne die Pest aus dem Körper eines Kranken ziehen. Bei der sogenannten Vicary-Methode wurde das Hinterteil eines frisch gerupften Huhns direkt auf die Pestbeule gelegt.
Die Vorstellung dahinter: Das Tier sollte die Krankheit aus dem Körper des Patienten aufnehmen. Wurde das Huhn dabei krank oder starb es später, galt das für viele als Beweis, dass das Leiden erfolgreich auf das Tier übertragen worden war.
Aus heutiger Sicht wissen wir natürlich, dass diese Behandlung wirkungslos war. Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht und konnte nicht durch ein Huhn „herausgezogen“ werden. Dennoch zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll, wie verzweifelt die Menschen nach Heilungsmethoden suchten, als sie die Ursachen der Krankheit noch nicht kannten.
Zwischen Aberglauben, Hoffnung und fehlendem medizinischem Wissen entstanden so Behandlungen, die heute kaum vorstellbar erscheinen. 🐔⚫️💀
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